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Pressemitteilung des VDB

Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V. warnt vor krebserzeugenden PAK auch in "deutschen" Wohnungen

Pressemitteilung vom 21.11.1998

Der heimliche Umweltskandal, der in Deutschland zur Zeit die meisten Menschen betrifft:
Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V. warnt vor krebserzeugenden PAK auch in "deutschen" Wohnungen

Die in die Diskussion geratene Gesundheitsgefahr durch PAK (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) in Parkettklebstoffen beschränkt sich nicht nur auf ehemalige US-amerikanische oder britische Wohnungen im Frankfurter, im bayerischen oder nordrhein-westfälischen Raum. Der Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V. stellt fest, daß auch in Häusern deutscher Bauart, die in den 50er und 60er Jahren erbaut wurden, PAK-haltige Stoffe zum Einsatz kamen. Als Quelle der PAK-Belastung werden sowohl Parkettklebstoffe als auch andere Fußbodenkleber z.B. für PVC-Böden identifiziert.

Bereits bekannt ist, daß in den ehemaligen Wohnungen der alliierten Streitkräfte zum Verkleben von Parkettfußböden häufig ein sogenannter Steinkohleteerkleber verwendet wurde. Dieser kann extrem hohe PAK-Konzentrationen enthalten (die bisher gefundene Höchstmenge 150.000 mg/kg entsprechen einem 15%igen Gewichtsanteil von PAK im Material). Dem VDB liegen vermehrt Untersuchungsberichte über die Verwendung PAK-haltiger Klebstoffe im deutschen Wohnungs Bau aus den 50er und 60er Jahren vor. Dies bedeutet, daß das Problem der Verwendung PAK-haltiger Klebstoffe nicht wie bisher angenommen nur auf ehemalige Wohnungen der alliierten Streitkräfte beschränkt ist, sondern daß wesentlich mehr Menschen von der gesundheitlichen Gefährdung durch PAK betroffen sind.

Die gesundheitsschädlichen PAK gelangen durch Fugen und Risse in der Parkettversiegelung und im Fußbodenaufbau in Raumluft und Hausstaub und können so durch die Bewohner aufgenommen werden. Besonders Kleinkinder können beim Spielen auf dem Boden hohe PAK-Konzentrationen über den Hausstaub aufnehmen. So konnte das Erlanger Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin bei Kindern aus belasteten Wohnungen durch Untersuchungen des Urins deutlich erhöhte PAK-Belastungen nachweisen.

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe gelten als gesundheitsschädlich. Das Einatmen oder die Aufnahme über die Haut können bei hohen Konzentrationen zu akuten Gesundheitsschäden wie z.B. Haut- und Schleimhautreizungen, Erkrankungen der oberen und unteren Atemweg, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nasenbluten u.a. Symptomen führen. Darüber hinaus sind einige PAK beim Menschen als eindeutig krebserzeugend eingestuft. Aus diesem Grund ist auch eine dauerhafte Belastung bei niedrigen Konzentrationen, die keine akuten Symptome hervorrufen, als problematisch anzusehen. Neusten Informationen zur Folge (Zeitung für Umweltmedizin, 4/98) haben PAK eine hormonähnliche Wirkung auf den Menschen. Durch den langsamen Abbau der PAK in der Lunge können Verbindungen entstehen, die hormonelle Eigenschaften besitzen und dadurch Fehlsteuerungen der Zellen auslösen. Weiterhin besteht die Möglichkeit der Fruchtschädigung oder Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit.

Bei Fragen zu PAK können sich die Bürgerinnen und Bürger an das kostenfreie "Gesünder-Wohnen-Telefon”" des VDB e.V. unter der Rufnummer 0800 - 2001 007 von Montag bis Freitag zwischen 9:00 und 18:00 Uhr wenden. Wir sind auch unter der eMail : netzwerk@baubiologie.net erreichbar.

gez. Uwe Münzenberg, Lauf
Vorstandsvorsitzender des VDB

gez. Nicole Richardson, Witten
Vorstandsmitglied im VDB

 

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