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Veröffentlichungen zum Thema "Mobilfunk"[ zurück zur Übersicht ]Stadt Salzburg : Keine Sendemasten ohne Zustimmung der AnrainerDemonstration der Bürger hatte Erfolgaus SALZBURGER NACHRICHTEN vom 6.5. und 7.5.98
Von den im Salzburger Stadtgebiet geplanten 12 Sendemasten für den Mobilfunk wird kein einziger ohne Zustimmung der Bürger, die in der Nähe wohnen, errichtet oder weitergebaut. Das gilt auch für Sendeanlagen auf z.B. Dächern oder Silos. Vizebürgermeister Johann Padutsch sprach von einem "ersten Schritt in Richtung Anrainerschutz".
Zuvor gab es heftigen Bürgerprotest. Selbst die geistlichen Schwestern eines Altenheims legten Einspruch ein. "Wenn die mit ihren Baumaschinen kommen, setzen wir uns in die Grube! So ein Funkmast gehört in kein Wohngebiet!" In einigen Stadtteilen besetzten Bürger die Mobilfunkbaustellen und verhinderten die Weiterarbeit. Mit Erfolg. Es wurden Baustopps erteilt. Man befürchtete Gesundheitsschäden durch die elektromagnetische Strahlung und die optische Verschandelung der Wohnumgebung.
Die Anwohner haben nach derzeitigem Baugesetz keinerlei Rechte. Derartige Funkmasten dürfen jederzeit ohne Bewilligung errichtet werden. Die Bürger, der Gemeinderat und der Stadtsenat berieten die Lage und forderten vom Land, die baurechtlichen Bestimmungen für den Bau von Funkanlagen dringend zu novellieren. Bürgermeister Josef Dechant sicherte den Anwohnern die volle Unterstützung der Stadt zu.
Die Betreiber versprachen, nach geeigneteren Standorten zu suchen, die bereits laufenden Arbeiten zu stoppen und in Zukunft vor der Planung mit den Anrainern Kontakt aufzunehmen und deren Einverständnis abzuwarten. Dazu könnte auch das Aussehen der bis zu 40 Meter hohen Türme verschönert werden, denn inzwischen ließen sich diese als Bäume verkleiden, in "verschiedenen Designs, mit verstellbaren Ästen und recht naturnahen Rindenmustern". Solche funkenden Kunstbäume würden schon in den USA und in Frankreich eingesetzt.
Im Salzburger Vorort Wals wollte man in der Nähe des Kindergartens ein Waldstück für einen Sendeturm roden. Der Elternbeirat sammelte 600 Protestunterschriften. Der Umweltausschuß der Gemeinde schloß sich an. Die Erhaltung der Natur und die Gesundheit der Menschen, besonders der Kinder, sei wichtiger als ein Mobilfunkmast. Die Rodung wurde abgeblasen. Die Bürger sollen, so der Mobilfunkbetreiber Connect, in Zukunft bei der Suche nach neuen Standorten mit einbezogen werden.
Autor : WOLFGANG MAES, NEUSS; Baubiologe [ zurück zum Seitenanfang ] [ zurück zur Übersicht ]
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