Der ICE (InterCity Express), Paradepferd der Deutschen
Bahn, steht für komfortable Mobilität eines Reisepublikums mit
gehobenen Ansprüchen. Jetzt steht er auch für gehobene Ansprüche
an uneingeschränktes Mobiltelefonieren während der Fahrt.
Welcher Bahnreisende erlebt es - als Non-Handy-Fan mehr oder
weniger frustriert - nicht immer wieder: Kaum hat man seinen Platz
im Zug gefunden und es sich bequem gemacht, schon bimmelt (oder
orgelt) irgendwo im Abteil ein Handy! Allerdings sind Handy-Benutzer
ihrerseits auch häufig frustriert, wenn während der schnellen
Zugfahrt die Funkverbindung immer wieder einmal abreißt. Funklöcher
entstehen beim Telefonieren aus dem Zug heraus schneller, da die
metallische Hülle des Reisezugwagens ein Hindernis für die Funkwellen
darstellt. Sie dämpft die ankommenden Signale der externen Mobilfunk-Basisstation
und die vom Handy aus dem Zug heraus abgestrahlten gleichermaßen.
Um Ihre mobiltelefonierende gehobene Kundschaft zufrieden zu
stellen und den Abschirmeffekt der Wagen auszuschalten, hat die
Deutsche Bahn mittlerweile in jedem ICE einige Wagen mit Mobilfunk-Repeatern
ausgestattet, digitalen Verstärkern, die das reibungslose Funktionieren
der Mobilfunksysteme unterstützen.
Diese Repeater überwinden die Abschirmbarriere des Eisenbahnwagens,
indem mit Außenantennen die Verbindung zur externen Basisstation
hergestellt wird und mit Innenantennen der Reisezugwagen optimal
bestrahlt wird. Die Folge: Keine Funklöcher mehr, kein überraschender
Gespächsabriß, stabile Verbindung. Weitere Folge: Genau wie die
externen Basisstationen senden auch die Repeater ihre digitale,
periodisch niederfrequent gepulste Strahlung permanent und dazu
noch aus nächster Nähe auf die Reisenden, ganz gleich, ob nun
überhaupt jemand von ihnen mobiltelefoniert oder nicht. Die periodisch
gepulste Strahlung der Mobilfunksysteme steht seit Beginn ihrer
Einführung im Kreuzfeuer der Kritik, da sie besondere biologische
Risiken birgt (siehe hierzu [1]).
Gekennzeichnet sind solcherart mit Mobilfunk-Repeatern ausgestattete
ICE-Wagen durch ein spezielles Piktogramm (1).
Glücklicherweise hat man bei der Bahn aber auch registriert,
daß nicht alle Fahrgäste vom Gebrauch der Handies begeistert sind,
daß sie zumindest vom Handygebimmel und den fremden Ferngesprächen
im Fernreisezug gerne verschont bleiben möchten und möglichst
auch von der unfreiwilligen Bestrahlung. Sie möchten keine Passivmobiltelefonierer
sein, so wie die Nichtraucher keine Passivraucher sein wollen.
Solche Wagen, in denen nicht telefoniert werden soll und die dementsprechend
auch nicht mit Repeatern ausgestattet sind, sind mit einem Ruhezonen-Piktogramm
(2) gekennzeichnet.
Bei der Platzreservierung für die Fahrt im ICE kann man wählen,
in welchem dieser beiden Wagentypen man sitzen möchte. Also: Nicht
nur an die Bestimmung der 1. bzw. 2. Wagenklasse denken, an Raucher-
oder Nichtraucherabteil, sondern auch an die handyfreie Ruhezone!
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Piktogramm
1:
ICE-Handyzone; hier sind mobile Telekommunikation und Dauerbestrahlung
mit periodisch gepulster Hochfrequenz garantiert |
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Piktogramm
2:
ICE-Ruhezone; hier ist der Gebrauch von Handies nicht erwünscht.
Bitte ausschalten! |
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Literatur:
[1] Martin H. Virnich, „Chance vertan“, in Wohnung + Gesundheit
Nr. 88, Herbst 1998, S.46-47
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