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Veröffentlichungen zum Thema "Mobilfunk"

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Mobil(funk) im ICE

Dr.-Ing. Martin H. Virnich
Veröffentlicht: Wohnung + Gesundheit, Nr. 93, Winter 1999/2000


Der ICE (InterCity Express), Paradepferd der Deutschen Bahn, steht für komfortable Mobilität eines Reisepublikums mit gehobenen Ansprüchen. Jetzt steht er auch für gehobene Ansprüche an uneingeschränktes Mobiltelefonieren während der Fahrt.


Welcher Bahnreisende erlebt es - als Non-Handy-Fan mehr oder weniger frustriert - nicht immer wieder: Kaum hat man seinen Platz im Zug gefunden und es sich bequem gemacht, schon bimmelt (oder orgelt) irgendwo im Abteil ein Handy! Allerdings sind Handy-Benutzer ihrerseits auch häufig frustriert, wenn während der schnellen Zugfahrt die Funkverbindung immer wieder einmal abreißt. Funklöcher entstehen beim Telefonieren aus dem Zug heraus schneller, da die metallische Hülle des Reisezugwagens ein Hindernis für die Funkwellen darstellt. Sie dämpft die ankommenden Signale der externen Mobilfunk-Basisstation und die vom Handy aus dem Zug heraus abgestrahlten gleichermaßen.

Um Ihre mobiltelefonierende gehobene Kundschaft zufrieden zu stellen und den Abschirmeffekt der Wagen auszuschalten, hat die Deutsche Bahn mittlerweile in jedem ICE einige Wagen mit Mobilfunk-Repeatern ausgestattet, digitalen Verstärkern, die das reibungslose Funktionieren der Mobilfunksysteme unterstützen.

Diese Repeater überwinden die Abschirmbarriere des Eisenbahnwagens, indem mit Außenantennen die Verbindung zur externen Basisstation hergestellt wird und mit Innenantennen der Reisezugwagen optimal bestrahlt wird. Die Folge: Keine Funklöcher mehr, kein überraschender Gespächsabriß, stabile Verbindung. Weitere Folge: Genau wie die externen Basisstationen senden auch die Repeater ihre digitale, periodisch niederfrequent gepulste Strahlung permanent und dazu noch aus nächster Nähe auf die Reisenden, ganz gleich, ob nun überhaupt jemand von ihnen mobiltelefoniert oder nicht. Die periodisch gepulste Strahlung der Mobilfunksysteme steht seit Beginn ihrer Einführung im Kreuzfeuer der Kritik, da sie besondere biologische Risiken birgt (siehe hierzu [1]).

Gekennzeichnet sind solcherart mit Mobilfunk-Repeatern ausgestattete ICE-Wagen durch ein spezielles Piktogramm (1).

Glücklicherweise hat man bei der Bahn aber auch registriert, daß nicht alle Fahrgäste vom Gebrauch der Handies begeistert sind, daß sie zumindest vom Handygebimmel und den fremden Ferngesprächen im Fernreisezug gerne verschont bleiben möchten und möglichst auch von der unfreiwilligen Bestrahlung. Sie möchten keine Passivmobiltelefonierer sein, so wie die Nichtraucher keine Passivraucher sein wollen. Solche Wagen, in denen nicht telefoniert werden soll und die dementsprechend auch nicht mit Repeatern ausgestattet sind, sind mit einem Ruhezonen-Piktogramm (2) gekennzeichnet.

Bei der Platzreservierung für die Fahrt im ICE kann man wählen, in welchem dieser beiden Wagentypen man sitzen möchte. Also: Nicht nur an die Bestimmung der 1. bzw. 2. Wagenklasse denken, an Raucher- oder Nichtraucherabteil, sondern auch an die handyfreie Ruhezone!

     
  Piktogramm 1:
ICE-Handyzone; hier sind mobile Telekommunikation und Dauerbestrahlung mit periodisch gepulster Hochfrequenz garantiert
  Piktogramm 2:
ICE-Ruhezone; hier ist der Gebrauch von Handies nicht erwünscht. Bitte ausschalten!
 

Literatur:
[1] Martin H. Virnich, „Chance vertan“, in Wohnung + Gesundheit Nr. 88, Herbst 1998, S.46-47

 

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