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Veröffentlichungen zum Thema "Mobilfunk"

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Heißer Draht


ÖKO-Test Nr. 8, August 2000 - TEST Headsets für Handys

Freisprecheinrichtungen halten die Hände frei. Vor Strahlung schützen sie nicht. Im Gegenteil: sie leiten den Elektrosmog vom Handy direkt ins Ohr.

Zurzeit verkaufen sich Freisprecheinrichtungen wie wild. „Mitte 1999 haben wir etwa 500 Stück im Monat verkauft; heute sind es 5 000 bis 10 000“, sagt York Ihler von Freitag Elektronik, nach eigenen Angaben der Marktführer bei Headsets.

Der Boom hat seinen Grund: Telefonieren während des Autofahrens soll von Ende 2000 an nur noch erlaubt sein, wenn dabei beide Hände am Steuer bleiben. Wer sich mit einem Handy am Ohr erwischen lässt, muss das Telefon ein- und das Portmonee auspacken. „Wir halten ein Verwarnungsgeld von zirka 60 Mark für angemessen“, sagt Volker Mattern aus der Pressestelle des Bundesverkehrsministeriums.

Die Behörde stützt sich auf die Studie Telefonieren am Steuer und Verkehrssicherheit, die sie bei der Bundesanstalt für Straßenwesen in Auftrag gegeben hat. „Ein insgesamt höheres Unfallrisiko der Pkw-Fahrer mit Telefon konnte nicht festgestellt werden“, heißt es darin. Aber: „Telefonieren während der Fahrt wird als Ablenkungsfaktor angesehen. Ein positiver Einfluss von Freisprecheinrichtungen wird erwartet“.

Viele Handybesitzer kaufen sich die Ohrhörer aber auch, um der Handy-Strahlung zu entgehen. Vor ein paar Wochen nun fand eine Meldung der britischen Verbraucherzeitschrift Which? ihren Weg in die deutsche Tagespresse: Auch die Kopfhörer sollen Elektrosmog verursachen. ÖKO-TEST wollte es nun genau wissen und hat für acht gängige Handys Freisprecheinrichtungen gekauft.

Das Labor musste für diese Untersuchungen eine neue Methode entwickeln. Unter anderem war ein Weg zu finden, die Strahlung des Ohrsteckers und des Kabels zu erfassen, ohne die Strahlung des anhängenden Handys mitzumessen. Wir spielten eine ganze Reihe von Möglichkeiten durch - mit verschiedenen Ergebnissen. Daher geben wir für jedes Produkt eine Spannbreite an, wie viel Prozent der Handy-Strahlung in das Headset weitergeleitet werden.

Das sind die Testergebnisse

  • Sämtliche Freisprecheinrichtungen nehmen die Strahlung der Handy-Antenne auf und leiten sie bis zum Ohr. Die gepulsten Mikrowellen werden von kritischen Medizinern für eine Reihe von Wirkungen im Körper verantwortlich gemacht - etwa Veränderungen der Hirnströme, Kopfschmerzen, Nervosität und Schlaflosigkeit. Deswegen sind die Freisprecheinrichtungen, die die Strahlung bis direkt an den Kopf leiten, „nicht empfehlenswert“.

  • Am Ohrstecker kommen zwischen 5 und 20 Prozent der Antennenstrahlung an. Das klingt wenig. Allerdings ist die Handy-Antenne während des Telefonierens einige Zentimeter vom Schädel entfernt, und die Stärke der Strahlung verringert sich mit dem Abstand. Daher ist die Belastung durch die Ohrstecker vergleichbar mit der durch eine Handy-Antenne.

  • Dazu kommt: Wir konnten die Strahlung nicht nur am Ohrhörer nachweisen, sondern an der gesamten Schnur. Die Messwerte blieben ähnlich, auch wenn die Ohrhörer-Schnur gar nicht ins Handy eingestöpselt war, sondern nur lose an der Antenne oder am Telefon vorbeigeführt wurde. Auch an einer handelsüblichen Verlängerungsschnur ließen sich am einen Ende Mobilfunkwellen nachweisen, wenn die Handy-Antenne ans andere Ende gehalten wurde. Das bedeutet, dass auch andere Metallgegenstände in unmittelbarer Handy-Nähe Strahlung aufnehmen und weitergeben, z. B. Halsketten und Brillengestelle.

Was tun?

  • ÖKO-TEST muss seine Empfehlung revidieren: Freisprecheinrichtungen schützen nicht vor Elektrosmog. Im Gegenteil: Sie verteilen ihn über die Schnur am Körper entlang.

  • Wenn Sie regelmäßig im Auto telefonieren, empfehlen wir eine sprachgesteuerte Freisprecheinrichtung mit Außenantenne.

 

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