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Veröffentlichungen zum Thema "WLAN und Blue-Tooth"[ zurück zur Übersicht ]König Blauzahn erobert die digitale WeltDr.-Ing. Martin H. Virnich Veröffentlicht: Wohnung + Gesundheit, Heft Nr. 98, Frühjahr 2001 Der originelle Käptn Blaubär ist bei Jung und Alt bekannt für sein phantasiereiches Seemannsgarn, das er gerne und ausführlich spinnt. Kein Seemannsgarn und nicht gesponnen ist die Nachricht über ein digitales Funksystem, das jetzt unter dem Namen des ehemaligen Wikingerkönigs Blauzahn (englisch: Bluetooth) entwickelt und bald auf den Markt gebracht wird. Leinen los! Harald Bluetooth, Wikingerkönig in Skandinavien von 940 bis 981,
hätte es sich nicht träumen lassen: Schöne neue Bluetooth-Welt Viele weitere Anwendungen sollen folgen; so ist z.B. folgendes Szenario schon ernsthaft angedacht: Wollen Sie in einem Restaurant zukünftig wirklich noch die Speisekarte in der Print-Version auf Papier haben? Oder nicht lieber auf dem Bildschirm des eigenen, mitgebrachten Palmtops oder Organizers, den Sie wie selbstverständlich als unverzichtbares Utensil ständig mit sich führen? Bluetooth macht es möglich, daß die Speisekarte des Restaurants direkt als „Menü“ auf dem Bildschirm Ihres portablen Gerätes erscheint. Und wollen Sie etwa noch im direkten Gesprächskontakt mit dem Ober bestellen? In den Zeiten von Bluetooth machen Sie das viel einfacher und ohne das Problem einer zwischenmenschlichen Kontaktaufnahme von Ihrem mitgebrachten Gerät aus! Die Bluetooth-Entwicklung Die Bluetooth-Entwicklung wurde von den Firmen Ericsson, IBM, Intel, Nokia und Toshiba initiiert; sie haben sich dazu in der Bluetooth Special Interest Group (Bluetooth SIG) zusammengeschlossen. Mittlerweile haben sie zusammen mit Microsoft, Motorola, Lucent Technologies und 3Com die Promoter Group der SIG ins Leben gerufen, die die Maßnahmen der Bluetooth SIG leiten und die technischen Bluetooth-Spezifikationen vorantreiben soll. Inzwischen haben weit mehr als 1.000 Firmen bekanntgegeben, daß sie Bluetooth-Produkte herstellen werden. Mit den ersten marktreifen Anwendungen wird im Laufe des Jahres 2001 gerechnet. Es ist davon auszugehen, dass sich für Bluetooth-Produkte ein Massenmarkt mit Millionenstückzahlen pro Jahr auftun wird. Und GSM-Handys der Zukunft werden standardmäßig auch einen Bluetooth-Sender und -Empfänger integriert haben. ... arbeitet gepulst! Als Zugriffs- und Duplexverfahren wird FHMA/TDD (Frequency Hopping Multiple Access/Time Division Duplex)verwendet; eine Technik, die das Zeitschlitzverfahren, wie es von den digitalen GSM-Mobilfunknetzen bekannt ist, mit einem Frequenzsprungverfahren kombiniert. Dabei wird jeder Zeitschlitz auf einer anderen Frequenz innerhalb des Bluetooth-Bandes ausgesendet. Als Resultat ergibt sich eine periodisch gepulste Strahlung, die mit 1.600 Hertz gepulst ist, da Bluetooth 1.600 Frequenzsprünge pro Sekunde (hops/s) durchführt. Damit ist wieder ein System geschaffen, das die biologisch riskante gepulste Strahlung direkt in die Wohnungen und an die Arbeitsplätze bringt. Der „Gegner“ ist auch nicht besser Der geplante Eroberungszug von Bluetooth ruft natürlich - wie schon damals zu Wikingerzeiten - auch „Gegner“ auf den Plan, die sich auf dem heißumkämpften und profitträchtigen Gebiet der Datenkommunikation auch ihren (Markt-)Anteil sichern wollen. Schärfster Konkurrent von Bluetooth ist dabei das seit einigen Jahren bekannte und eingeführte DECT-System, das als digitales Schnurlostelefon - mit der periodisch gepulsten Dauerstrahlung von 100 Hz - bereits Eingang in viele Wohnungen und Büros gefunden hat. DECT ist wesentlich leistungsfähiger, als sich mit dem bißchen Sprachübertragung zu begnügen. Mit DMAP (DECT Multimedia Access Profile) ist ein europäischer Standard für DECT-Systeme geschaffen, damit diese zusätzlich zur Sprachübertragung auch zur Datenkommunikation und für Multimedia-Dienste geeignet sind. Und für diesen Zweck wird dann nicht nur ein DECT-Gerät benötigt, sondern eine Vielzahl; nämlich jeweils ein eigenes für jedes Peripheriegerät, das in das drahtlose Netzwerk aufgenommen werden soll. Autor : Dr.-Ing.
Martin H. Virnich, Mönchengladbach [ zurück zum Seitenanfang ] [ zurück zur Übersicht ]
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